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Gleitende Übergänge – Klees Räume in der »Liquid Modernity«

Christoph Asendorf


Zusammenfassung
Klees Werk gehört nicht nur in die Geschichte der Malerei, sondern es ist auf spezifische Weise auch mit Entwicklungen in den Natur- und Geisteswissenschaften des 20. Jahrhunderts verbunden. Darüberhinaus interessiert Klee immer wieder Künstler anderer Disziplinen. Der Prozeß von Wechselwirkungen setzt schon im Bauhaus ein. Neben einer Vielzahl direkter Kommunikationen gibt es auch parallele Suchbewegungen; Klee und die verschiedenen anderen Akteure, etwa aus dem Gebiet der Gestaltpsychologie oder der Architektur, verbindet die Arbeit an dem für die Moderne grundlegenden Problem der Bestimmung des variablen Verhältnisses von Fluidität und Stabilisierung. Auch die Rezeptionsgeschichte Klees seit der Mitte des 20. Jahrhunderts ist durch die Besonderheit charakterisiert, dass sich bis heute Protagonisten der Philosophie, der Musik oder der Architektur mit immer neuen Fragestellungen auf ihn beziehen, auf ein Werk also, das in ganz singulärer Weise offen und anschlußfähig scheint.      


Summary
Paul Klee's work not only belongs in the history of painting, but is also specifically linked to developments in the natural sciences and humanities of the 20th century. Further Klee was of interest for artists from other disciplines. The process of interaction already begins at the Bauhaus. In addition to a multitude of direct communications, there are also parallel search movements; Klee and the various other actors, for example from the fields of Gestalt psychology or architecture are connected through their work on the problem of determining the variable relationship between fluidity and stabilization that is fundamental to modernism. The reception history of Klee since the mid-20th century has also been characterized by the peculiarity that to this day protagonists of philosophy, music or architecture refer to him with ever new questions, to a work also that seems open and connectable in a singular way.