Klee trifft Eiche

Ein Projekt von Osamu Okuda und Dominique Betancurt

Unterstützt von: Stadt Grün Bern; Burgergemeinde Bern; Zentrum Paul Klee

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Das Plakat

Das Plakat


Paul Klee (1879-1940) zeichnete bereits 1897, als er noch Gymnasiast war, die Eichenallee bei Wittigkofen.

Paul Klee, Skizzenbuch IX, fol. 4 recto,  b. Wittikofen  [sic!]  Zentrum Paul Klee, Bern ©ZPK Bildarchiv

Paul Klee, Skizzenbuch IX, fol. 4 recto, b. Wittikofen [sic!]

Zentrum Paul Klee, Bern ©ZPK Bildarchiv

Zwölf Jahre später skizzierte er mit einem sehr feinen Linienduktus erneut die Eichen bei Wittigkofen im impressionistischen Stil.

Paul Klee,  Fünf Eichen bei Wittikofen  [sic!], 1909, Feder auf Papier auf Karton  Zentrum Paul Klee, Bern, Leihgabe aus Privatbesitz ©ZPK Bildarchiv

Paul Klee, Fünf Eichen bei Wittikofen [sic!], 1909, Feder auf Papier auf Karton

Zentrum Paul Klee, Bern, Leihgabe aus Privatbesitz ©ZPK Bildarchiv

Das Gartenprojekt «Klee trifft Eiche» ist ein natürlicher Nachtrag zu der Spaziergangsroute «Wege zu Klee» und erinnert an Klees Begegnung mit den Eichen vor 110 Jahren. Es ist zugleich eine Hommage an die schönen, mächtigen Bäume als kulturhistorische Zeitzeugen.

In der Quartierzeitung Wittigkofen (dr JUPI, Nr. 3, August 2016) steht über die Eichenbäume folgendes:

«Wie uns Herr C. Zahn, ein Vertreter der heutigen Schlossgeneration erzählt, wurden diese stolzen Baumreihen schon zur Zeit der französischen Revolution von seinen Vorfahren entlang der Marchlinien des damaligen Gutes angelegt. Das heisst also, dass “unsere“ Eichen die Gründung des Schweizerischen Bundesstaates (1848) bereits im bestandenen Alter von 50 - 60 Jahren “miterlebten“. In dieser Zeit waren zudem diese Baumgruppen - als “lebende“ Vorräte an Bau- und Zimmerholz für Landgüter ein wesentlicher Sicherheitsfaktor.» (http://www.qv-wittigkofen.ch/joomla/images/jupi/jupi_3_16.pdf, S. 14)

Unter den fünf Eichen werden einheimische Klee-Sorten gepflanzt/gesät:  Weissklee  Rotklee  Hornklee  Wundklee  Inkarnatklee u.a.  Sie dienen zugleich als Boden-Decker und natürliche Stickstoffsammler sowie Bienenweide.

Unter den fünf Eichen werden einheimische Klee-Sorten gepflanzt/gesät:

Weissklee

Rotklee

Hornklee

Wundklee

Inkarnatklee u.a.

Sie dienen zugleich als Boden-Decker und natürliche Stickstoffsammler sowie Bienenweide.

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Dokumente

 

Aus Klees Postkarten an seine Frau Lily:

 

KARTE AN LILY KLEE, MÜNCHEN (Bern, 29.9.1908)

Habe vormittags ein paar Bäume skizziert, bei Wittigkofen.

 

KARTE AN LILY KLEE, MÜNCHEN (Bern, 1. X. 1908)

Geliebtes Herz,

danke für den heutigen Bericht, es scheint Dir doch nicht gar so schlecht zu gehn, da

Du Dich so gut amüsierst in den verschiedenen Vergnügungsetablissements. Recht

so. Der Kleine hatte etwas weniger gut geschlafen, holte aber durch den wundervollen

Tag alles ein, was ihm in den ersten Morgenstunden abhanden gekommen zu

sein schien, Ruhe, Heiterkeit und stilles Lächeln. Zu Mittag aß er Spinat, vor ½5

Uhr eine Brotkruste. Nachmittags machte er Besuch bei Olga gelegentlich einer längeren

Ausfahrt. (Fritz hatte ihn vormittags besucht). Eine photographische Aufnahme

scheiterte an seinem Benehmen. Das sind seine heutigen Anekdoten.

Ich ging vormittags nach Wittigkofen, machte eine genaue Zeichnung der Eichen

von letzthin. Nachmittags malte ich noch einmal den Theekessel auf dem Spiritusapparat

und that mir schon viel leichter und zwangloser als beim ersten Mal. Ich bin

auch etwas farbiger geworden. Morgen gehe ich wahrscheinlich zum alten Herrn,

wo gefischt und gesoffen wird . . .

 

KARTE AN LILY KLEE, MÜNCHEN (Bern, 21. X. 1909)

Meine geliebte Lily.

Danke herzlich für Deinen weder Fisch-noch-Vogelkartenconglomeratbrief von

heut. Wir sind Käuze. Meine Anspielung 'zur Strafe' hast Du genau verkehrt aufgefaßt.

Ich hatte eine frühere Heimreise als Strafe zudiktiert bekommen, die doch für

mich alles eher als eine Strafe sein kann. Schön, ich schweige schon. Dem Bubi geht's

recht gut, bis auf seine Zickzackbewegungen, die ihn immer noch am Gehen hindern.

Gescheiter ist er nun auch geworden. Heut sagte ich ihm: horch, da oben geht

das Gritli herum und macht das Bad! Gleich nahm er meine Hand und führte mich

hinaus, immer Bad vor sich hin sagend, die Treppe hinauf und gleich an den Kasten.

Kaum ausziehn konnte man ihn, so aufgeregt war er . . .

Heut komm ich abends nochmal mit Haller zusammen. War heut zweimal draußen

und habe vier vorzügliche Zeichnungen gemacht, solche Stricheleien, die nachher

in lauter Licht aufgehen. Das sind überhaupt Tage!! Vormittag in einem verfallenden

Patriziergarten, dann bei den Eichen von Wittigkofen, dann wieder dort, dann

an einer Lichtung am Ostermundigenberg.

 

KLEE-MONOGRAMM

Um die Zeit 1902–1904 zeichnete Klee oft ein drei oder vierblättriges Kleeblatt anstelle der Unterschrift oder als persönliches Erkennungszeichen.

Paul Klee,  Komiker , 1904, Radierung  Zentrum Paul Klee Bern ©ZPK Bildarchiv  Detail: Monogramm PK mit einem Kleeblatt

Paul Klee, Komiker, 1904, Radierung

Zentrum Paul Klee Bern ©ZPK Bildarchiv

Detail: Monogramm PK mit einem Kleeblatt

Klee-Herbarium

Im Herbst 1930 legte Klee zahlreiche Herbarien an, darunter: «was alles Klee heisst».

Paul Klee, Herbarium, um 1930  Bezeichnet auf dem Karton von oben links nach unten rechts: «Anthyllis vulneraria (Wund-Kl); Anthyllis; lotus corniculatus (Schotenklee); trifolium; Anthyllis vulneraria (Wund Klee); melilotus officinalis (Honig-Klee); trifolium badium (brauner Klee); trifolium alpinum; Medicago Lupulina; was alles Klee heisst»  Zentrum Paul Klee, Bern ©ZPK Bildarchiv

Paul Klee, Herbarium, um 1930

Bezeichnet auf dem Karton von oben links nach unten rechts: «Anthyllis vulneraria (Wund-Kl); Anthyllis; lotus corniculatus (Schotenklee); trifolium; Anthyllis vulneraria (Wund Klee); melilotus officinalis (Honig-Klee); trifolium badium (brauner Klee); trifolium alpinum; Medicago Lupulina; was alles Klee heisst»

Zentrum Paul Klee, Bern ©ZPK Bildarchiv