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Anonym, »La Tour Eiffel à Montparnasse«, in : Les Nouvelles littéraires, artistiques et scientifiques : hebdomadaire d'information, de critique et de bibliographie, 7. 6. 1924, S. 2
ZWITSCHER-MASCHINE
Der Schweizer Galerist, Kunst­schriftsteller und Dichter Max Eichenberger (21.3.1902 – 19.1.1961) (ABB. 1, 2) trug entscheidend dazu bei, dass das künstlerische Werk von Klee im Kreise der Pariser Surrealisten Verbreitung fand.1 Geboren in Beinwil am See (Aargau, Schweiz) als Sohn des Zigarrenherstellers Arthur Eichenberger, der es zu Wohlstand gebracht hatte, besuchte Max Eichenberger die Kantonsschule und anschliessend das Gymnasium in Aarau.2 Nach dem Tod seines Vaters, ausgestattet mit einer ansehnlichen Erbschaft und dem Maturazeugnis im Gepäck, fuhr er 1923 mit dem Motorrad und seiner Freundin und zukünftigen Frau auf dem Sozius nach Paris, um dort an der Universität Sorbonne Kunstgeschichte und Literatur zu studieren und sich unter dem Pseudonym »Max Berger« dem kulturellen Leben von Paris zu widmen.3 Im Sommer 1924 kreisten erste Gedanken um die Eröffnung einer eigenen Galerie, die er mit seinem Freund Guillaume Dalbert (i. e. Albert Daber) im Künstlerviertel Montparnasse unter dem Namen »La Tour Eiffel« oder gekürzt »T. E.« für junge und ausländische Künstler führen wollte, sowie um die Herausgabe einer eigenen Galerien-Zeitschrift in den zwei Sprachen »Französisch« und »Deutsch«. (ABB. 3). Ende 1924 realisierten Berger und Daber mit der Eröffnung der kleinen Galerie »Vavin-Raspail« (28, Rue Vavin / 137, Boul. Raspail) im Montparnasse ihr Vorhaben. Ihre erste Ausstellung »La Section d’Or, 1912-1925« (12. – 31. Januar 1924) war eine Reprise der gleichnamigen Ausstellung in der Galerie La Boétie von 1912, die Eichenberger und Daber um aktuelle Arbeiten der Mitglieder einer kubistischen Ausstellungsgemeinschaft der sogenannten kubistischen Puteaux-Gruppe erweiterten (ABB. 4).4 Zu sehen waren die Werke von Alexander Archipenko, Honoré Auclair, Raymond Duchamp-Villon, Albert Gleizes, Juan Gris, Roger de la Fresnaye, Marie Laurencin, Fernand Léger, André Lhote, Louis Marcoussis, Luc-Albert Moreau, Jean Metzinger, Georges Ribemont-Dessaignes, Félix Tobeen, Henry Valensi und Jacques Villon. Die drei Künstler, Georges Braque, Pablo Picasso und Robert Delaunay, die nicht an der Ausstellung von 1912 teilgenommen hatten, wurden in die neue Gruppenschau integriert. Im Katalog der Ausstellung (ABB. 5) schrieb Guillaume Dalbert (Albert Daber) das Vorwort.
Im zweiten Heft der Hauszeitschrift der Galerie Les Arts plastiques veröffentlichte Max Eichenberger unter dem Pseudonym Max Berger einen Aufsatz mit dem Titel »Sommaire de la peinture allemande«, indem er die einzigartige Stellung von Paul Klee als zeitgenössischem deutschen Künstler hervorhob »Klee ist vermutlich der Einzige, der eine Betrachtung in Zeitlupe verdient. Dann entdeckt man an ihm die Seele einer Fee, eingeweiht in die freudschen Verfahren, doch zu subtil, um es dabei bewenden zu lassen. […] Klee ist der deutsche Maler schlechthin.«٥ Im Oktober/November desselben Jahres, organisierte Max Berger in der Galerie Vavin-Raspail die erste Einzelausstellung von Paul Klee in der Kunstmetropole Paris, die wegbereitend für die Rezeption von Klees Werk in Frankreich werden sollte.6 Für Eichenberger verkörperte Klee offenbar den idealen deutschen Künstler, um deutsche Kunst nach dem Ersten Weltkrieg in Frankreich wieder ausstellungsfähig zu machen.7
In Klees Nachlass sind verschiedene Briefe der Galerie Vavin-Raspail aufbewahrt, von denen an dieser Stelle zwei Briefe abgebildet werden (ABB. 6, 7).8 Seit 1929 ist auf dem Briefkopf der Galerie Vavin-Raspail nur noch der Name »Max Berger« aufgeführt. Dies zeugt davon, dass Dalbert 1929 aus noch ungeklärten Gründen als Geschäftspartner ausschied und die Galerie von Max Berger bis zu deren Schliessung 1934 in Eigenregie weitergeführt wurde. Als Klee im Oktober 1933 auf der Rückreise von den Ferien in Paris einen Zwischenhalt machte, um mit Daniel-Henry Kahnweiler einen Generalvertretungsvertrag abzuschliessen, traf er sich auch mit Eichenberger, wie aus einem Brief von Klee an seine Frau Lily hervorgeht: »Nachmittag bei Berger, ein reizender, sehr gebildeter Mann.«9 Wohl anlässlich dieses Treffens überreichte Eichenberger Klee ein Widmungsexemplar [»Au peintre Klee bien amicalement berger«] seines eben erschienenen Gedichtbandes Wandlung zum Tag, der sich heute im Nachlass von Paul Klee befindet (ABB. 8, 9).10 »Die allgemeine Weltwirtschaftskrise zerstörte auch Eichenbergers Pariser Existenz«١١, sodass er sich gezwungen sah, 1935 in die Schweiz zurückzukehren. Am Bleicherweg 11 in Zürich im »Hinterraum des ebenfalls neu eröffneten Zigarettengeschäfts«١٢ seiner inzwischen von ihm getrennten Frau eröffnete er eine kleine Galerie, die »Gemälde junger Schweizer und Franzosen«13 unter seinem Namen zeigte (ABB. 10). Diese schien wirtschaftlich nicht zu prosperieren und er musste 1939 die Galerie schliessen und eine Stelle als Kunstkritiker bei der Tageszeitung Die Tat antreten.14 Ausstehende Schulden mögen der Grund gewesen sein, weshalb Eichberger keine Folgeausstellungen von Klee mehr organisieren konnte.15 Nichtdestotrotz verfasste Eichberger unter den Autorenkürzeln »er.« oder »me.« zahlreiche Kunstkritiken – auch über Paul Klee. Diese und die zuvor in Paris verfassten Artikel über Paul Klee sollen, in Würdigung der Rolle von Max Eichenberger als Vermittler von Paul Klees Werk, in Frankreich der 1920er Jahre als kleine Anthologie abgedruckt werden.

1   Vgl. Ewig 2002, Wedekind 2010, S. 2 - 3 u. Baumgartner 2016, S. 19 - 26.
2   Zu »A. Eichenberger Tabakfabrik Landhaus«, vgl. Ammann 1947, S. 116.
3   Patthey-Micherlich / Fuchs / Okuda 2016
4   Debray 2000, hier S. 35 - 39; Lucbert 2000, hier S. 57 - 59.
5   »Peut-être Klee est-il le seul qui mérite un examen au ralenti. On lui trouvera une âme de fée initiée aux procédés freudiens mais trop subtile pour en rester là. […] Klee est le peintre allemand par excellence.« Berger [Max Eichenberger] 1925.
6   Vgl. Baumgartner 2016, S. 19 - 26.
7   Vgl. Wedekind 2010, S. 2 - 3.
8   Die meisten Briefe der Galerie Vavin-Raspail an Paul Klee sind im Beiheft des Katalogs Paul Klee und die Surrealisten transkribiert und kommentiert widergegeben. Vgl. Wittwer 2016.
9   Klee 1979, S. 1239 (Karte an Lily Klee, Düsseldorf, 24.10.1933).
10  Berger [Max Eichenberger] 1933.
11  Anonym 1961.
12  Eichenberger 1935a.
13  Eichenberger 1935b.
14  Rychner 1961.
15  Die Schulden betrafen die Klee-Ausstellung in Paris, und Eichenberger zahlte diese mit Ratenzahlungen zurück: »Sehr geehrter Herr Klee. Sie werden auf nächsten Monat die erste Teilzahlung erhalten und bis zum Herbst in regelmässigen Abständen den Rest«. Vgl. Eichenberger 1935b. Eichenberger versuchte sogar ein Teil der Schulden mit Raucherwaren zu begleichen: »Meine Frau hat einen Zigarrenladen und Sie wäre bereit, mir einen kleinen Warenkredit zu eröffnen. Vielleicht dass man so etwas vorwärts käme … aber ich wage es kaum vorzuschlagen und doch … «. Vgl. Eichenberger 1936.
Texte von Max Eichenberger (Download)
Max Berger, »Sommaire de la peintur
allemande«, in: Les Arts plastiques, Nr. 2, Mai 1925, o. S. [S. 5 - 6]

Marc Seize, »Klee - Préface Subtilisée«, in: Les Arts plastiques, Nr. 7, März 1927, o. S. [S. 7 - 10]
Marc Seize, »Paul Klee«, in: L’Art d’aujourd’hui, 6. Jg., Nr. 22, 1929, S. 18
er., »Ein Sechzigjähriger und sein Weg«, in: Die Tat, 5. Jg., Nr. 40, 16. Februar 1940
er., »Paul Klee im Kunsthaus«, in: Die Tat, 5. Jg., Nr. 45, 22. Februar 1940, S. 5
er., »Paul Klee†«, in: Die Tat, 5. Jg., Nr. 154, 3. Juli 1940, S. 5
er., »Die Sammlung Hermann Rupf«, in: Die Tat, 5. Jg., Nr. 233, 3. Oktober 1940, S. 5
er., »Psychogramme. Klee im Kupferstichkabinett der ETH«, in: Die Tat, 5. Jg., Nr. 255, 29. Oktober 1940, S. 5
er. [Max Eichenberger], »Aussprüche und Aphorismen von Paul Klee [aus dem Kolle-gienheft von Petra Petitpierre an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf]«, in: Die Tat, 5. Jg., Nr. 274, 20. November 1940, S. 5
er. [Max Eichenberger] 1941
er. [Max Eichenberger], »Exposition surréaliste in Zürich«, in: Die Tat, 6. Jg., Nr. 284, 3. Dezember 1941, S. 5
Paul Éluard [Übersetzung von Max Eichenberger], »Paul Klee«, in: Du. Schweizer Monatsschrift, 8. Jg., Nr. 10, Oktober 1948, S. 27
me. [Max Eichenberger], »Im Kunstmuseum St. Gallen. Paul Klee - Werke aus Familienbesitz«, in: in: Die Tat, 20. Jg., Nr. 31, 1. Februar 1955, S. 10